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15.03.2018

Studie Weltweit fast jede zweite Schwangerschaft ungeplant

New York (pag) – Jedes Jahr werden fast 100 Millionen Frauen weltweit ungewollt schwanger. Der Anteil der ungewollt Schwangeren an allen Schwangeren beträgt 44 Prozent. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Guttmacher Institute in New York.

Mehr als die Hälfte der ungewollten Schwangerschaften werde vorzeitig beendet, so die Forscher um Jonathan Bearak weiter. Demnach habe es in den Jahren von 2010 bis 2014 weltweit jeweils 99,1 Millionen ungewollter Schwangerschaften gegeben. Am häufigsten seien sie in der Karibik, wo auf 1.000 Frauen im gebärfähigen Alter jährlich 116 kamen, in Afrika seien es 112. In Nordeuropa habe es zuletzt nur 27 ungewollte Schwangerschaften auf 1.000 Frauen im gebärfähigen Alter gegeben, in Westeuropa 28. Das bedeute nicht, dass Frauen in Europa umsichtiger sind. Die Unterschiede seien in erster Linie auf die höhere Geburtenrate in der Karibik und Afrika zurückzuführen, so die Experten. Der Anteil der ungewollten an allen Schwangerschaften unterscheide sich nur wenig. Auch in den entwickelten Regionen der Erde sind 46 Prozent aller Schwangerschaften ungewollt. In den Entwicklungsländern seien es zuletzt 43 Prozent gewesen. Aus dem Rahmen falle Lateinamerika, wo 69 Prozent aller Schwangerschaften ungewollt seien.
Der Anteil der ungewollten Schwangerschaften, die vorzeitig beendet werden, sei hoch. Er liege laut Bearak in den entwickelten Ländern bei 59 Prozent und in den unterentwickelten Ländern bei 55 Prozent. Die Gesetzgebung habe nur einen begrenzten Einfluss auf die Rate der induzierten Aborte. In Ländern, in denen Schwangerschaftsabbrüche strikt verboten oder nur bei Lebensgefahr für die Mutter erlaubt seien, liege der Anteil der ungewollten Schwangerschaften, die absichtlich beendet werden, bei 48 Prozent. In den Ländern ohne Verbote sind es nach den Berechnungen von Bearak 69 Prozent.  
Das Guttmacher Institute in New York führt als Non-Profit-Organisation Studien zur Familienplanung durch. Die Studie ist in Lancet Global Health (2018; doi: 10.1016/S2214-109X(18)30029-9) veröffentlicht.