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13.02.2018

Kritik aus Brandenburg Investitionsstau kein Thema im Koalitionsvertrag

Potsdam (pag) – Für Krankenhäuser ist es „enttäuschend“, dass die Investitionsfinanzierung als größtes Problem erneut keine Rolle im Koalitionsvertrag spielt. Das kritisiert die Landeskrankenhausgesellschaft Brandenburg (LKB) in einer kürzlich veröffentlichten Stellungnahme.

„Die Krankenhäuser überall in Deutschland schieben einen gewaltigen Investitionsstauvor sich her“, sagt Dr. Jens-Uwe Schreck, Geschäftsführer des LKB. Die von Union und SPD angestrebte Digitalisierung der Kliniken werden ebenfalls viel Geld kosten. Flächendeckende elektronische Patientenakten, Telemedizin, Patienten-Apps – „wir bleiben bei Insellösungen und verspielen enormes Potenzial für die Patientenversorgung und für die Wirtschaftlichkeit der Häuser. Das ist nicht nur schade. Das ist fahrlässig“, so Schreck.

Investitionsstau: DKG will Beteiligung des Bundes

Die Krankenhäuser in Deutschland beklagen seit vielen Jahren, dass die Bundesländer Investitionen vernachlässigen würden. Laut einer Meldung des Redaktionsnetzwerks Deutschland stellten die Länder im vergangenen Jahr knapp drei Milliarden Euro zur Verfügung, 2016 sind es demnach 2,74 Milliarden gewesen. Das Netzwerk beruft sich dabei auf eine Antwort des Bundesgesundheitsministeriums auf eine Anfrage der FDP-Bundestagsfraktion, aus der ebenfalls hervorgehe, dass zwischen fünf und 6,6 Milliarden Euro jährlich nötig wären, damit die die Kliniken ihren Investitionsbedarf decken können.
„Da die Länder dieser Aufgabe nicht gerecht werden, ist es dringend geboten, dass der Bund sich beteiligt“, fordert Dr. Gerald Gaß, Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG). Wie auch in Bereichen des Schienenverkehrs, der Schulen und aller Bildungseinrichtungen sei es dringend nötig, die Investitionsmittel für Krankenhäuser aufzustocken.