Direkt zu:

23.09.2019

Lebensqualität Finanzielle Sorgen belasten junge Krebspatienten schwer

Berlin (pag) – Die Sorgen um Geld und soziale Absicherung beeinträchtigen die Lebensqualität junger Krebspatienten sehr. Darüber informieren die Deutsche Stiftung für junge Erwachsene mit Krebs (DSfjEmK) und die Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie (DGHO). Sie fordern eine finanzielle Unterstützung junger Betroffener.

Einkommensverluste durch Verzögerungen oder Probleme bei der Rückkehr in den Beruf sind eine Ursache für die Sorgen der jungen Krebspatienten. Soziale Beratung und Hilfestellungen zur Rückkehr ins Leben nach einer Krebserkrankung seien ein stark unterbelichtetes Thema, sagt Prof. Michael Hallek, geschäftsführender Vorsitzender der DGHO. „Wir brauchen dringend bessere Untersuchungen zu den Auswirkungen von Krebs und seiner Behandlung auf die soziale Lage unserer Patientinnen und Patienten, denn sie haben eine große Bedeutung für die Entwicklung besserer und nebenwirkungsärmerer Therapiekonzepte“, sagt er.
Eine Krebserkrankung führt zu finanziellen Belastungen – etwa durch Zuzahlungen und Kosten, die nicht von den Sozialversicherungen übernommen werden. Das Krankengeld betrage 70 Prozent des regelmäßigen Arbeitsentgelts, weiß Dr. Volker König, Mitglied des Arbeitskreises Onkologische Rehabilitation der DGHO. Wenn sich die Behandlung länger als 78 Wochen hinzieht, bleibe nur noch die Erwerbsminderungsrente. Im mittleren Lebensalter zwischen 30 und 44 Jahren bedeutet das knapp unter 800 Euro im Monat, sagt er. „Ganz schlimm trifft es diejenigen, die in Ausbildung sind und noch keine Leistungsansprüche erworben haben.” Sie rutschten nach kurzer Zeit auf Sozialhilfeniveau ab.
Dr. Mathias Freund, Vorsitzender des Kuratoriums der DSfjEmK, fordert unter anderem eine Zuzahlungsbefreiung von Krebspatienten von Anfang an.