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23.02.2018

Nationales Gesundheitsportal IQWiG legt Konzept vor

Köln (pag) – Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) legt jetzt ein Konzept für ein nationales Gesundheitsportal vor. Auf 83 Seiten skizzieren die Kölner Wissenschaftler ihre Ideen, wie sich die Gesundheitskompetenz der Bevölkerung mithilfe des Portals stärken ließe. Auftraggeber ist das Bundesministerium für Gesundheit.

Das Konzept sieht vor, dass sich die an Evidenz orientierten Anbieter von Gesundheitsinformationen auf gemeinsame Qualitätsstandards einigen und ihre Inhalte auf einer kooperativen Plattform bereitstellen.
Um herauszufinden, ob die potenziellen Partner gewillt sind, sich in dieser Form an einem nationalen Gesundheitsportal zu beteiligen, schickte das IQWiG einer Reihe von Institutionen einen Fragebogen und veröffentlichte diesen zudem auf seiner Webseite. Daraufhin erhielten die Kölner Wissenschaftler nach eigenen Angaben 97 Rückmeldungen. „Die Idee eines zentralen Gesundheitsportals haben alle Antwortenden grundsätzlich unterstützt“, heißt es. „Die tatsächliche Bereitschaft, sich als Partner des Portals zu beteiligen, wird jedoch von der Ausgestaltung des Trägers, den Qualitätsanforderungen und dem vom Träger des Portals zu erstellenden Feinkonzepts abhängen.“
Mit Blick auf die Unabhängigkeit des Portals ist es laut IQWiG nötig, dass er keine kommerziellen Eigeninteressen hat und gemeinnützig ist. „Um diese Ziele zu erreichen, muss der Träger wissenschaftlichen Grundsätzen verpflichtet sein.“ Als geeignete Organisations- bzw. Rechtsformen nennt das IQWiG zum Beispiel eine gemeinnützige Gesellschaft mit beschränkter Haftung, eine gemeinnützige (Bundes-)Stiftung und einen gemeinnützigen Verein. Entscheidend für die Akzeptanz des Portals sei zudem, dass der Träger sich beim Auf- und Ausbau der inhaltlichen Strukturen in erster Linie an Nutzerbedürfnissen orientiert. „Dazu ist die frühzeitige Einbeziehung der Zielgruppen nötig.“
Für die Umsetzung schlägt das Institut einen stufenweisen Auf- und Ausbau vor. Als erste nutzbare Ausbaustufe biete sich eine Suchmaschine an, die ausschließlich die Inhalte akkreditierter Content-Partner erfasst. Die Treffer sollen dann auf die externen Angebote der Partner verweisen.